Ölverbrauch: Was ist normal?

Sie müssen anhalten, weil eine Warnleuchte auf dem Armaturenbrett erscheint? Die Öllampe kann zu den ungünstigsten Zeiten aufleuchten. Diese nervtötende Leuchte kann unter anderem anzeigen, dass der Ölstand zu niedrig ist. Es kann aber auch auf einen abnormalen Öldruck, einen verstopften Ölfilter, eine defekte Ölpumpe oder sogar einen fehlerhaften Sensor oder eine defekte Verkabelung hinweisen.

Wenn der Ölstand zu niedrig ist, lässt sich dies leicht durch Nachfüllen bis knapp unter den maximal zulässigen Stand beheben. Verwenden Sie immer das vom Fahrzeughersteller vorgeschriebene Öl und füllen Sie so viel nach, bis die Warnleuchte auf dem Armaturenbrett wieder erlischt. Nun bleibt die Frage: Wodurch ist der Ölstand gesunken? Dies kann auf übermäßigen Ölverbrauch oder ein Leck zurückgeführt werden.


Was ist übermäßiger Ölverbrauch?

Fahrer von modernen Autos sind es nicht mehr gewohnt, Öl nachfüllen zu müssen. Sie gehen davon aus, dass die Einhaltung der normalen Wartungsintervalle ausreicht, um den Ölstand auf dem erforderlichen Niveau zu halten. Der normale Ölverbrauch tritt allerdings auch bei modernen Autos auf. Dies kann bedeuten, dass das Volumen in einem Motor zwischen dem minimalen und maximalen Füllstand (durchschnittlich 1 Liter) nicht ausreicht, um ein Ölwechselintervall abzudecken.

Was ist aber ein normaler Verbrauch? Die Definitionen, welche die Automobilhersteller dafür verwenden, sind sehr unterschiedlich. Wo ein Hersteller von einem „normalen“ Verbrauch von 1 Liter pro 1.500 Kilometer spricht, kann ein anderer einen Standard von 1 Liter pro 5.000 Kilometer verwenden.

Generell wird der Benutzer das Öl nur dann nachfüllen, wenn es einen Grund dafür gibt, was in der Praxis nur dann der Fall ist, wenn die Warnleuchte aufleuchtet. Wenn ein Fahrzeug mehr verbraucht als das, was der Hersteller als „normal“ betrachtet, gilt dies als „übermäßig“ und es muss eine Ursache gefunden werden.
Bis vor kurzem war der Ölverbrauch in Benzinmotoren deutlich höher als heute. Vor 40 Jahren musste das Öl alle 2.000 bis 5.000 Kilometer gewechselt werden und es war notwendig und üblich, auch zwischendurch Öl nachzufüllen.

Einige moderne Fahrzeuge haben flexible Ölwechselintervalle, die von 10.000 km bis zu 50.000 km reichen. Bei derart langen Intervallen ist es nicht ungewöhnlich, dass zwischen den vorgeschriebenen Wechselintervallen Öl nachgefüllt werden muss. Es ist daher wichtig, den Ölstand regelmäßig zu überprüfen und einen Nachfüllbehälter mit dem richtigen, vom Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Motoröl mitzuführen, falls Sie unterwegs nachfüllen müssen.
Hinweis: Moderne Motoren fast aller Automarken haben keinen Peilstab mehr. Das Auslesen des Ölstands ist nur über das Armaturenbrett möglich.

Hersteller empfehlen, unabhängig vom Kilometerstand, das Öl alle 12 bis 24 Monate zu wechseln, auch wenn das Kilometerintervall noch nicht erreicht ist. Die Nichteinhaltung der Ölwechselintervalle bei einem Neuwagen birgt das Risiko, dass die Herstellergarantie ganz oder teilweise erlischt.


Wie kommt es zu übermäßigem Ölverbrauch?

Die einfachste Ursache für Ölverbrauch ist Leckage aus dem Kurbelgehäuse, die sogenannte externe Leckage. Um dies zu überprüfen, schauen Sie sich den Bereich an, wo Sie das Auto abstellen, und untersuchen Sie ihn auf Ölflecken. Auch mit einer Sichtprüfung unter dem Fahrzeug kann die Leckage gefunden werden.
Der interne Ölverbrauch ist schwieriger zu bestimmen. Dies liegt daran, dass das Öl durch verschiedene Ursachen verbrennen kann, wie z. B.: Konstruktionsmängel, die Folgen von technischen Defekten, Verschleiß an den Dichtungen des Kolbenringzylinders/der Ventilschäfte oder eine Fehlfunktion des Turboladers. Es gibt noch viele andere Ursachen, aber wir beschränken uns auf den übermäßigen Ölverbrauch unter normalen Bedingungen durch „Verbrennen“.
Verbrennung ist die Hauptursache für übermäßigen Ölverbrauch. Durch eine mangelhafte Abdichtung zwischen den Kolbenringen/Abstreifringen und der Zylinderwand gelangt Öl in die Brennkammer, wo es verbraucht und verbrannt wird. Dies verursacht den blauen Rauch aus dem Auspuff, den wir manchmal sehen. Andere häufige Ursachen für übermäßigen Ölverbrauch sind: Verunreinigungen im Brennraum, ein festgelaufener Kolbenring oder das Polieren der Kolbenwand, was die Dichtwirkung verringert.

Andere häufigere Ursachen sind die Verwendung von falschem Öl, Öl von falscher Qualität oder zu viel Öl im Kurbelgehäuse.

Ein Mangel an Motoröl durch übermäßigen Ölverbrauch führt zu mangelnder Schmierung und vor allem zu mangelnder Kühlleistung, wodurch ein unmittelbarer Motorschaden droht. Ölmangel durch Ölverbrauch kann auch zu Problemen mit dem Abgasnachbehandlungssystem (wie z. B. dem DPF,Diesel-partikelfilter, oder dem PPF, Benzinpartikelfilter,) führen, was ebenfalls kostspielige Schäden zur Folge haben kann.


Vorübergehend erhöhter Ölverbrauch

In einigen Fällen kann das Fahrzeug nach einem Ölwechsel mit einer anderen Ölmarke vorübergehend mehr Öl verbrauchen. Dies kann selbst dann auftreten, wenn ein Öl mit den gleichen Spezifikationen und of fiziellen Werksfreigaben verwendet wird. Das kann durch ein Additivpaket im Öl verursacht werden, welches anders wirkt und daher eine andere Reinigungswirkung hat. Nach 3.000 bis 5.000 km wird sich dieser Ölverbrauch wieder normalisieren. (Achten Sie darauf, dass Sie danach die gleiche Marke und den gleichen Öltyp nachfüllen).


Wie kann ein übermäßiger Ölverbrauch verhindert werden?

Eine gute und rechtzeitige mechanische Wartung des Fahrzeugs ist unerlässlich. Beachten Sie dabei die Hinweise des Fahrzeugherstellers. Das vom Hersteller vorgeschriebene Öl muss im vorgeschriebenen Intervall gewechselt werden. Bei Bedarf können eine Motorspülung oder Kraftstoffadditive verwendet werden, um den Motor intern zu reinigen.


Bei technischen Fragen:
Kontaktieren Sie den technischen Kundendienst von MPM.

Zusammenfassung:

  • Was als „normaler“ Ölverbrauch angesehen wird, variiert je nach Autohersteller. Dies kann von 1 Liter pro 1.500 km bis zu 1 Liter alle 5.000 km reichen.
  • Ein übermäßiger Ölverbrauch kann auch bei modernen Motoren auftreten.
  • Es ist ratsam, den Ölstand präventiv zu kontrollieren.
  • Füllen Sie immer das vom Autohersteller vorgeschriebene Motoröl ein.
  • Weisen Sie Ihren Kunden darauf hin, immer einen 1-Liter-Nachfüllbehälter mit der richtigen Spezifikation für unterwegs dabei zu haben.
  • Autohersteller empfehlen, unabhängig von den gefahrenen Kilometern, das Öl alle 12 bis 24 Monate zu wechseln. Bei Nichtbeachtung kann die Garantie des Herstellers erlöschen.

Tipps für Reparaturwerkstätten:

Kann ich ein Öl mit einer anderen Spezifikation verwenden? Das ist möglich, wenn ein Motorhersteller ein Öl vorgeschrieben hat, von dem eine höhere Spezifikation existiert. In diesem Fall muss in Betracht gezogen werden, dass vorübergehend ein höherer Ölverbrauch auftreten kann. Das kommt daher, dass das höherwertige Öl stärker reinigt und Ablagerungen an den Kolbenringen entfernt. Dies sollte sich mit der Zeit stabilisieren. Im Zweifelsfall konsultieren Sie www.mpmoil.com, um das richtige Produkt für ein bestimmtes Fahrzeug zu finden.

Welches Motoröl kann ich verwenden, wenn mein Kunde jährliche Wechsel in Intervallen von bis zu 15.000 km durchführt? Einige OEMs erlauben die Verwendung eines Motoröls mit einer anderen Spezifikation, wenn ein kürzeres Intervall verwendet wird. Falls zutreffend, finden Sie diese Unterscheidung auf der MPM-Website. Im Zweifelsfall wenden Sie sich an den technischen Support von MPM.

Weisen Sie Ihren Kunden darauf hin, bei der Wartung einen 1-Liter-Nachfüllbehälter mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Öl zu kaufen. Dies reduziert das Risiko, zwischen den Servicearbeiten falsches Öl nachzufüllen.

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